Glossar

Tips & Tricks

Die “Cloud” ist nicht 
auf deinem Computer.

Entdecke die Reise der Daten,
wenn du etwas in die Cloud hochlädst.

Es geht los...

Nach einem Workshop öffne ich auf meinem Laptop meine Cloud-Anwendung. Fotos, Videos und Dokumente von dem Workshop liegen noch lokal auf meinem Gerät. Mit einem Klick starte ich den Upload. Die Daten verlassen mein Gerät über das lokale Netzwerk und gelangen kabellos zum Heimrouter.

Laptop

Heutige Laptops sind digitale Superrechner, die sich bei unseren Alltagsaufgaben meist langweilen und vorher bei ihrer Herstellung die Umwelt bereits stark belastet haben. Um diesen für uns sehr unsichtbaren Produktions-Rucksack nachhaltiger zu schultern, sind eine möglichst lange Nutzung, Reparaturen oder der Griff zu generalüberholten Geräten wirkungsvolle Hebel.

Router

Der Heim-Router ist das oft vergessene Herzstück unseres digitalen Alltags. Als unermüdlicher Türsteher leitet er unsere Daten rund um die Uhr ins Internet, irgendwo versteckt im Flur oder hinter dem Sofa. Doch dieser Dauerbetrieb hat seinen Preis in Form von konstantem Energieverbrauch, während wir durch bewusste Modellwahl und einfache Kniffe die Effizienz steigern können.

Dann in die Kästen...

Von dem Abschlusspunkt in meinem Haus (meist ein kleiner grauer Kasten im Keller) gelangen die Datenpakete in das Zugangsnetz meines Internetanbieters. Über Glasfaserleitungen, Kabelnetze oder DSL landen sie zum Weiterversand in einem Kabelverzweiger, die wir alle aus dem Stadtbild kennen.

Kabelverzweiger (die grauen Kästen am Straßenrand)

Das Zugangsnetz ist die physische Brücke zwischen unserem Zuhause und der weiten digitalen Welt. In unzähligen grauen Kästen am Straßenrand und unter Gehwegen verzweigen sich die Leitungen, um jedes einzelne Gebäude anzubinden. Ob dabei auf alte Kupferkabel oder moderne Glasfaser gesetzt wird, entscheidet maßgeblich darüber, wie effizient unsere Datenpakete die erste große Etappe ihrer Reise meistern.

Auf der Daten-Autobahn

In unserer Nähe landen die Datenpakete im Aggregationsnetz und schließlich im Kernnetz (Backbone) des Providers. Hochleistungsrouter analysieren jedes einzelne Paket und bestimmen anhand von Routing-Protokollen den Weg, ganz dynamisch nach aktueller Auslastung, den beteiligten Internetanbietern sowie dem Ziel meiner Daten.

Kernnetz

Im Kernnetz pulsieren die Daten durch gewaltige Hochleistungsrouter, die als unsichtbare Verkehrsleitzentrale fungieren. Hier entscheidet sich in Millisekunden, welchen Weg deine Daten um den Globus nehmen. Während die alte Kupferwelt hier Schwerstarbeit leistet, weist die Glasfaser den Weg in eine hocheffiziente Zukunft ohne unnötigen Energieballast.

Der Internetknoten

Ein zentraler Übergabepunkt ist ein Internetknoten, der größte Europas steht in Frankfurt am Main. Hier wird der Datenverkehr zwischen verschiedenen Netzbetreibern ausgetauscht. Die Pakete wechseln hier vom Netz deines Providers in das Netzwerk des Cloud-Anbieters oder eines Partners.

Internetknotenpunkt

An einem Internetknoten wie dem DE-CIX in Frankfurt schlägt das Herz des digitalen Austauschs. Hier treffen sich die Datenströme der Welt, werden sortiert und an ihr Ziel weitergeleitet. Dieses hocheffiziente Nervenzentrum ermöglicht es, dass Informationen ohne Umwege fließen, was nicht nur Zeit, sondern auch wertvolle Energie spart. Durch die Bündelung an zentralen Punkten und innovative Ansätze wie die Abwärmenutzung der umliegenden Rechenzentren entstehen hier Perspektiven für eine vernetzte, aber dennoch ressourcenschonende Zukunft.

Im finalen Rechenzentrum

Nun gelangen die Daten in das interne Netzwerk des Cloud-Anbieters und werden in ein nahegelegenes Rechenzentrum in Frankfurt geleitet. Am Eingang übernimmt ein Lastverteiler die Anfrage und verteilt die Datenströme auf mehrere Systeme. Dort werden die einzelnen Datenpakete wieder zusammengesetzt und im verteilten Speichersystem abgelegt. Um Ausfallsicherheit zu gewährleisten, werden sie häufig redundant auf mehrere physische Server oder sogar verschiedene Standorte verteilt.

Rechenzentrum

Hinter der vermeintlich schwerelosen "Cloud" stecken riesige Betonburgen, die rund um die Uhr so viel Strom wie ganze Städte verschlingen. Die ökologischen Kosten der digitalen Welt werden hier sichtbar: Hektar versiegelte Flächen und ein nie endender Energiehunger. Doch durch Effizienzsteigerungen, Abwärmenutzung und grünen Strom lässt sich dieser Fußabdruck deutlich verkleinern.

Rechenhardware

In den Serverhallen arbeiten tausende Prozessoren (CPUs), die das eigentliche Herzstück der digitalen Welt bilden. Ihre Herstellung ist ein technologisches Wunderwerk, das jedoch einen extremen Preis fordert: Die Produktion von Mikrochips gehört zu den energie- und wasserintensivsten Prozessen der modernen Industrie. Das Ökosystem kann nur durch einen gewaltigen logistischen und energetischen Aufwand am Leben erhalten wird.

Datenablage

Unsere Daten werden im Rechenzentrum nicht einfach nur abgelegt, sondern vervielfältigt, verwaltet und für die Ewigkeit konserviert. Dieser stille Dauerbetrieb verschlingt konstant Energie. Der Status quo schafft riesige Friedhöfe von "Dark Data": digitale Leichen, die nie wieder angerührt werden, aber trotzdem permanent Strom für Server und Kühlung fressen. Durch konsequentes Löschen ungenutzter Daten und intelligentes Datenmanagement lässt sich dieser Ballast massiv reduzieren.

Was, wenn KI ins Spiel kommt?

Häufig werden Daten mittlerweile durch mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitenden System analysiert, um zum Beispiel Schlagworte zu extrahieren, Zusammenfassungen zu erstellen oder sogar autonome Prozesse anzustoßen.
Dafür werden sie an spezialisierte KI-Rechenzentren weitergeleitet. Dort läuft spezielle "Software" (KI-Modelle) auf spezieller Hardware (Grafikkarten), um in Millisekunden Muster zu erkennen oder Antworten zu generieren.

Grafikkarte (GPU)

Im Gegensatz zu herkömmlichen Prozessoren (CPUs) können GPUs Tausende von Berechnungen gleichzeitig durchführen, wodurch moderne KI-Anwendungen überhaupt erst möglich werden. Doch diese spezialisierte Hardware hat einen hohen Material- und Ressourcen-Preis.

KI-Modell

Das "Gehirn" der KI sind die Modelle. Ihre Architektur entscheidet darüber, wie viel Energie für eine einzige Antwort oder einen Trainingslauf benötigt wird.

KI-Rechenzentrum

Künstliche Intelligenz treibt den Energiehunger der Rechenzentren auf ein neues Extrem. Grafikkarten-Cluster erzeugen deutlich mehr Hitze als klassische Server und stellen völlig neue Anforderungen an die physische Infrastruktur. Der aktuelle KI-Boom droht, alle Effizienzgewinne der letzten Jahre zunichte zu machen.

Moment...

Der Prozess
endet hier
nicht. Bestimmte Metadaten werden weiter verarbeitet.

Die Reise über den Atlantik

Da viele Cloud-Anbieter ihren Hauptsitz und zentrale Verwaltungssysteme in den USA haben, verlassen die Metadaten oft den europäischen Kontinent. Nach ihrem Weg durch das Kernnetz Europas, werden sie dann über transatlantische Glasfaserkabel am Meeresgrund in Millisekunden nach Amerika geschickt.

Unterseekabel

Tief unter der Meeresoberfläche verlaufen die Lebensadern der globalen Kommunikation. Unterseekabel, oft nicht dicker als ein Gartenschlauch, transportieren quasi den gesamten interkontinentalen Datenverkehrs. Ihre Langlebigkeit und die Herausforderungen ihrer Wartung zeigen, dass digitale Souveränität auch eine Frage der physischen Infrastruktur am Meeresgrund ist.

Neugierige Blicke aus den USA?

Unser Daten werden nach Ankunft auf dem amerikanischen Kontinent weiter verteilt und landen zum Beispiel in Ashburn, Virginia, im "Data Center Alley". Loudoun County ist der weltweit größte Rechenzentrumsstandort. Hier werden die Metadaten in den riesigen US-Rechenzentren der Anbieter endgültig verarbeitet und archiviert.

Digitale Souveränität

...

US-Rechenzentrum

In Ashburn, Virginia, schlägt das Herz des globalen Internets. Die "Data Center Alley" ist der weltweit größte Rechenzentrumsstandort [UNQUOTED], eine beispiellose Konzentration digitaler Infrastruktur, die ca. 70 % des weltweiten Datenverkehrs durchquert [UNQUOTED]. Der enorme Strom- und Wasserverbrauch wirft Fragen nach Nachhaltigkeit auf, während US-Gesetze wie der Cloud Act zeigen, dass Datenhoheit nicht nur eine Frage physischer Standorte ist.

Ach...

Du willst die Dateien die du eben hochgeladen hast auf deinem Telefon abrufen?

Der Sprung durch die Luft

Vom Rechenzentrum in Frankfurt gelangen unsere Daten über den Internetknotenpunkt und das Kernnetz zurück in die Nähe unseres Standorts. Unser Telefon ist gerade in keinem WLAN-Netzwerk eingewählt. Damit die Daten also auf deinem Telefon landen, müssen sie den letzten Weg drahtlos per Mobilfunk zurücklegen.

Mobilfunk

Der Sprung über die Luft ist bequem, aber energetisch teuer. Mobilfunk verbraucht pro übertragenem Gigabyte deutlich mehr Strom als eine Festnetzverbindung. Während 5G effizienter ist als 4G, steigt der Gesamtverbrauch durch das explodierende Datenvolumen trotzdem. Wer kann, sollte aufs lokale Netzwerk zu Hause ausweichen.

Auf deinem Telefon

Endlich landen die Daten auf deinem Smartphone. Sie werden von der App entschlüsselt, verarbeitet und auf dem Display angezeigt. Ein winziges Gerät in deiner Tasche, das die Infrastruktur von zwei Kontinenten nutzt, nur um ein Bild oder eine E-Mail anzuzeigen.

Smartphone

Das Endgerät ist klein, aber sein ökologischer Rucksack gewaltig. Ähnlich wie bereits beim Laptop hat die aufwendige Produktion einen großen Anteil an den Auswirkungen auf unsere Umwelt. Gewöhnlich werden sie noch früher ausgetauscht, werden häufiger auf- und entladen sowie stellen sich Reperaturen noch komplizierter dar.